Mobile Zahnklinik

Projektstatus:

Abgeschlossen

Projektort:

Yaounde, Kamerun

Projektzeitraum:

Juni 2012 - September 2013

Projektausgaben:

14.200€ insgesamt

Projektleiter:

Céleste Chevalier

& Andreas Guthörl

Worum geht's?

 

Der Osten Kameruns ist eine ländliche Gegend und äußerst strukturschwach. In der Region um Nguelemendouka und Ademegola wird Elektrizität meist lokal mit Generatoren erzeugt und Wasser aus Brunnen geholt. Ein Straßennetz, wie wir es aus Europa kennen, existiert nicht. Die meisten Dörfer sind nur über planierte Pisten zu erreichen, die in der Regenzeit oft unpassierbar werden. Die nächstgelegene Arztpraxis oder das nächstgelegene Krankenhaus ist oft mehrere Autostunden entfernt. Da es fast kein produzierendes Gewerbe gibt, beziehen die Menschen ihr Einkommen meist aus Landwirtschaft oder Kleintierzucht. Da fast niemand ein Auto besitzt und eine ärztliche Behandlung für die meisten Menschen nicht bezahlbar ist, ist ein Großteil der Bevölkerung medizinisch unterversorgt. Unser Projektpartner vor Ort ist der Verein „Codevia“, eine non governmental Organization (NGO), die von Einheimischen aus der Region getragen wird. „Codevia“ unterstütz die ländlichen Regionen in Kamerun, aber es fehlt vor allem an hochwertigem medizinischen Equipment. Gerade für große Anschubinvestitionen sind keine finanziellen Mittel vorhanden.

Was haben wir erreicht?

 

Im Rahmen des Projektes unterstützten wir Codevia durch die Finanzierung einer mobilen Zahnklinik, um so die (zahn-)medizinische Versorgung in der Region um Nguelemendouka und Ademegola zu verbessern.

Die mobile Zahnklinik ist ein Geländewagen, der mit (zahn-)medizinischen Instrumenten und Geräten ausgestattet ist. Das Auto wurde von Campus for Change im Sommer 2013 in Deutschland gekauft, mit den Instrumenten und Geräten einer aufgelösten Zahnarztpraxis bestückt und nach Kamerun verschifft. Seither fliegen mehrmals im Jahr Zahnärzte und Zahntechniker aus Deutschland für 2-3 Wochen nach Kamerun und fahren dort mit der mobilen Zahnklinik abgelegene Dörfer an. Jeden Tag wird in einem Dorf, in einer Schule oder einem Gemeindezentrum eine provisorische Praxis eingerichtet und über hundert Patienten behandelt, z.T. bis spät abends und mangels professioneller Beleuchtung auch mithilfe von Handylichtern. Unterstützt werden die ehrenamtlich arbeitenden Zahnärzte dabei von bis zu 25 Zahnmedizinstudenten aus Kamerun. Mittlerweile erhielt unsere mobile Zahnklinik auch ein Zertifikat, das sie als Ausbildungsmöglichkeit für kamerunische Zahnmedizinstudenten ausweist. Somit können diese die für ihr Studium erforderlichen Praktika zum Teil in der mobilen Zahnklinik ableisten, was eine weitere Unterstützung durch Zahnmedizinstudenten gewährleistet.

Die operative Planung und Durchführung der Behandlungstouren liegt in der Verantwortung von Codevia. Mit regelmäßig stattfindenden Behandlungstouren soll auch in Zukunft möglichst vielen Menschen der Zugang zu zahnärztlicher Behandlung ermöglicht werden.

Bei ca. 2.000 behandelten Patienten pro Behandlungstour erreichen wir mit unserer mobilen Zahnklinik viele Menschen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. In jedem Dorf werden nicht nur die Bewohner des jeweiligen Dorfes behandelt, sondern auch Menschen, die aus weit entfernten Gemeinden kommen. Die mobile Zahnklinik hat sich vor Ort inzwischen einen so guten Ruf aufgebaut, dass immer mehr Menschen aus immer weiteren Teilen Kameruns zur Behandlung kommen. Selbst die wenigen lokalen Zahnärzte und Krankenhäuser schicken einige Patienten zur Mobilen Zahnklinik, da sie selbst zu schlecht ausgestattet sind, um manche Behandlungen durchführen zu können. Dankenswerterweise erklären sich nach wie vor viele deutsche Zahnärzte bereit, für einige Wochen im Jahr ihre Praxis zu schließen, um in ihrem Urlaub durch Kamerun zu fahren und dort Patienten zu behandeln. Inzwischen gibt es so viele interessierte Zahnärzte aus ganz Deutschland, dass häufiger Behandlungstouren stattfinden können. Auch die logistische Herausforderung, ~ 30 Zahnärzte und Studenten mitsamt Material jeden Tag in ein anderes Dorf zu fahren, unterzubringen und zu versorgen, wird durch die Mitglieder von Codevia immer routinierter gemeistert.

 

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