HIV-Präventionsprojekt

Projektstatus:

Abgeschlossen

Projektort:

München, Deutschland

Projektzeitraum:

September 2013 - April 2014

Projektausgaben:

4.000€ insgesamt

Projektleiter:

Kristina Lisec

Worum geht's?

 

Kameruns Human Development Index liegt auf Rang 153 von 187 und drückt damit die dramatische soziale Lage der Bevölkerung aus. So haben 26% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 9,6% der kamerunischen Bevölkerung lebt von weniger als 1,25$ pro Tag. Zusätzlich zur Armut gibt es erhebliche gesundheitliche Probleme durch schlechte Lebensbedingungen und Versorgungslage. Besonders problematisch ist der Umgang mit HIV, je nach Region sind bis zu 10% der kamerunischen Bevölkerung HIV-positiv, betrachtet man STIs (sexually transmitted infections) allgemein steigt der Anteil der Infizierten auf 20%. Die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr wird auf 1,2% der Bevölkerung, am Tag auf 600 Personen geschätzt, wobei sich 16-30% der Kinder mit HIV infizieren.

 

Medizinische Hilfe und Betreuung erreicht nur einen Bruchteil der Kranken, obwohl der Zugang und die Finanzierung von der Regierung übernommen werden sollten. Die mangelnde Infrastruktur in Foumban führt zu einer extremen Unterversorgung. Durch unzureichende Information, Bildung und Aufklärung sind besonders Waisen und benachteiligte Kinder stark betroffen. Auch unter den Jugendlichen, die eine Schulbildung erhalten, schützt sich jedoch nur ein Drittel bei Sexualkontakten mit Kondomen konsequent vor STIs und ungewollten Schwangerschaften. Allgemein ist Sexualität in Foumban nach wie vor ein Tabuthema, sodass keine Aufklärung in Familien und Schulen stattfindet.

Im Zentrum des Projekts stand das Ziel über die Problematiken und mögliche Konsequenzen von riskantem Sexualverhalten aufzuklären und diese somit zu verhindern.

Was haben wir erreicht?

 

Kinder im Nachmittagsunterricht

Vier unserer Campus for Change-Mitglieder waren im Frühjahr 2013 in Kamerun vor Ort und haben die Situation, die in diesem Land herrscht, mit eigenen Augen gesehen. Geplant war diese Reise um das damals schon vorhandene Projekt „Hoffnung trotz HIV!“ abzuschließen und das neue „HIV-Präventionsprojekt“ einzuleiten. Ziel des Projektes war es die Möglichkeit der Prävention zu bieten und so die Prävalenz von STDs zu senken und dabei zusätzlich Verständnis für STDs und ungewollte Schwangerschaften zu erhöhen.

Nach einer langen Phase der Vertragserstellung konnte das Projekt im September 2013 starten und war bei Beginn zunächst für 6 Monate vorgesehen. In dieser Zeit wurden rund 30 Aufklärungskampagnen an katholischen und islamischen Schulen, Ausbildungszentren, unter anderem an einem Ausbildungszentrum für junge Frauen, und verschiedenen Dörfern der Region durchgeführt. Auf diese Weise konnten in diesem Zeitraum ca. 2400 Männer und Frauen im Alter zwischen 10 und 35 Jahren erreicht werden. Unsere Projektpartner vor Ort haben uns am Ende des Projektzeitraumes mitgeteilt, dass die Kampagnen sehr gut ankommen und die Menschen in der Region sehr dankbar dafür waren. Besonders für die Jugendlichen war es gut, wichtige, richtige und fundierte Informationen zu erhalten, da oft viele Vorurteile z.B. in Bezug auf Kondome (Gerüchte, dass der Gebrauch von Kondomen nicht wünschenswert ist, weil diese das HI-Virus enthalten, sind durchaus keine Seltenheit) und fehlerhafte Informationen kursieren. So bieten die Kampagnen eine gute Plattform, derartigen Irrglauben aus der Welt zu schaffen und den Jugendlichen kompetente Gesprächspartner zu bieten, die ihnen alle ihre Fragen beantworten, zumal Sexualität in den Familien oft ein Tabu-Thema ist.

Alle Mitglieder vom lokalen Verein „Behavioral Change Association“ wurden vor Ausführung der Kampagnen geschult, sodass jedes Mitglied in der Lage war, fundierte und belegte Informationen weiterzugeben.

Unsererseits wurden den Partnern in Kamerun ein finanzieller Beitrag, ein Laptop, ein Drucker und ein Scanner zugesandt. Ebenso wurden eine großzügige Kondomspende von über 9000 Kondomen, Prospekte, Flyer und Plakate zur Verfügung gestellt, um visuellere Arbeit zu ermöglichen und somit auch die hohe Anzahl der Bevölkerung, die unter Analphabetismus leidet, zu erreichen.

 

Mit dem letzten Bericht des Projektzeitraumes erhielten wir leider die Information, dass einer unserer wichtigsten Ansprechpartner aus beruflichen Gründen in eine andere Region versetzt wurde. Dadurch fehlte plötzlich und unerwartet die treibende Kraft des Projekts vor Ort und so mussten wir das Projekt vorerst beenden, da ohne sicheren und zuverlässigen Ansprechpartner vor Ort die adäquate Durchführung und der Ablauf des Projektes nicht garantiert werden konnten.

Wir sehen dies jedoch nicht als definitives Ende des Projektes, sondern würden das Projekt evaluieren und gegebenenfalls in Zukunft weiterführen.

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